Selbsttötungen bei IT-Unternehmen sorgen für Aufregung bei HP, Apple und Dell

27.05.2010 - Carsten - Der Softwareentwickler Blog - 4 Kommentare

Der Softwareentwickler Blog - NewsVor etwas mehr als einem Jahr hatte ich mal einen Artikel über die schlechten Zustände von IT-Zulieferen in China geschrieben.

Nun gibt es leider neue Schreckensmeldungen. Dieses Mal kommen sie aus Taiwan.

Selbstmord wegen Arbeitsdruck

Wie verzweifelt man auch sein muss bis man sich wegen der Arbeit umbringt, bei dem taiwanische Elektronik-Hersteller Hon Hai (Foxconn) geht man anscheinend soweit. Am Dienstag hatte sich ein Mitarbeiter genau aus diesem Grund vom Dach seiner Fabrik gestürzt. Dies war aber nicht der erste Todesfall. Bereits acht weitere Menschen kamen bei Foxconn dieses Jahr schon auf die gleiche Weise ums Leben.

Folgen und Reaktionen

Chinesische Experten weisen auf die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn hin und auch Bürgerinitiativen ermittelt jetzt verdeckt als Foxconn-Mitarbeiter, um die Arbeitsbedingungen zu untersuche. Auch diese kamen zu ähnlichen Erkenntnissen.

Und nun schalten sich endlich die Auftraggeber Apple, HP und Dell ein. Während Apple auf die Ernsthaftigkeit der Situation nur verbal bisher hinweist, untersucht Hewlett-Packard laut der Agentur Bloomberg nun selber die Arbeitsbedingungen. Die Frage ist nur, wie dort geprüft wird und wie dann die Folgen aussehen.

Auffällig finde ich bei diesem Vorfall, dass Foxconn fast die gleichen Kunden hat, wie die IT-Zulieferer aus meinem China-Artikel, nämlich u.a. Dell, Apple und auch Sony.

Meine Meinung

Ich finde es wirklich erschreckend, wie weit es manche Firmen aus Provitgier treiben. Und dass es 9 Tote pro Jahr(!) braucht bis mal jemand von den Aufträgern genauer hinschaut, ist fast genau so erschreckend. Ich möchte nicht wissen wie viele Mitarbeiter sich insgesamt schon das Leben in der Firma genommen haben.

Leider sehe ich zur Zeit keine richtige Möglichkeit als Konsument dem etwas entgegen zusetzen ohne jetzt komplett auf Computer und Hightech-Geräte zu verzichten. Denn irgendwie produzieren die großen IT-Firmen ja anscheinend alle bei den gleichen Firmen.

Jetzt sind erstmal die “großen” IT-Unternehmen am Zuge und müssen einfach mal konsquent auftreten und die Lieferanten überprüfen. Hoffentlich passiert auch was, denn ich glaub da ja leider noch nicht so wirklich dran.

Was denkt Ihr über die Sache?


Zu diesem Thema hab ich übrigens bereits ähnliche Artikel verfasst. Vielleicht interessiert Dich ja einer:

4 Kommentare zu ' Selbsttötungen bei IT-Unternehmen sorgen für Aufregung bei HP, Apple und Dell '

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  1. Tim kommentierte am 27.05.2010 um 11:41 Uhr

    Das es sowas gibt ist eigentlich ein Unding. Ich seh aber auch keine echten Möglichkeiten für uns Verbraucher irgendwie Einfluss zu nehmen, solange die Unternehmen keine echten Veränderungen herbeiführen. Gerade Apple als GoodGuy-IT-Unternehmen … ach ne, das ist ja auch schon lange vorbei…

  2. Kevin kommentierte am 27.05.2010 um 20:25 Uhr

    Entschuldigung, aber wie wäre es einfach damit einfach nicht bei den Unternehmen zu kaufen, von denen bekannt wird das sie bei Foxconn produzieren?

    Bloggen ist auch ne Möglichkeit für politischen Ungehorsam ;)

  3. Tim kommentierte am 28.05.2010 um 14:14 Uhr

    @Kevin: Das sagt sich so einfach. Aber versuch mal als Geek Unternehmen wie Apple, HP, Dell, Sony und Nokia aus dem weg gehen. Wer sich für Hightech interessiert kommt an den Firmen einfach nicht vorbei, da helfen auch keine Aktionismusrufe.

  4. Tim kommentierte am 28.05.2010 um 14:30 Uhr

    PS: War jetzt nicht persönlich gemeint ;-)

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